Sehr geehrte Erzieherin, sehr geehrter Erzieher, sehr geehrte Eltern!

 

In der Schule werden die Kinder lange Zeiten still sitzen müssen. Wenn sich die Eltern bis zur Einschulung angewöhnt haben, ihr Kind mit dem Auto zu chauffieren, kommt es entweder noch immer schlafend oder aber unausgeglichen in der Schule an.

 

Die Weichen für die Zukunft der Kinder, ob sie sich z.B. konzentrieren können oder wie beweglich und gesund sie bleiben, werden vor der Einschulung gestellt. Die Eltern wollen das Beste für ihr Kind; mit den "Elterntaxis" aber bremsen sie das Kind zumindest in einigen wichtigen Teilbereichen ihrer Entwicklung ab.

 

Das Thema "Zu Fuß zum Kindergarten" ist ein Gesprächs- oder Elternabend-Thema, auf das sich Erzieherinnen, Erzieher oder auch einzelne Elternteile vorbereiten sollten, denn es ist mit Emotionen oder der Verteidigung von "festgefahrenen" Verhaltensweisen zu rechnen. Der Beitrag soll Argumentationshilfen und Hintergrund-Informationen bieten.

 

Gemeinsames Interesse: Gesunde und aufgeweckte Kinder

 

Ein mehrjähriges Forschungsprojekt zu den Möglichkeiten der Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl von Eltern (siehe unten), bei dem im Praxisteil die Initativen von den Erzieherinnen und Erziehern in Kindergärten ausgingen, zeigte u.a.:

 

  • Das Thema "Kindergartenweg" war ohne einen echten Mehraufwand in die tägliche Arbeit zu integrieren.
  • Die Eltern nahmen das Thema sehr ernst und akzeptierten "eine - zumindest begrenzte - Zuständigkeit der Erzieherinnen für diesen Weg."

 

In der Tat trägt die "Betreuungs-Institution" eine erhebliche Mitverantwortung für den ersten "Berufs"-Weg und natürlich für den gesamten weiteren Lebensweg der Kinder.

 

Innerhalb der Elternschaft wird bei einigen der Weg von zu Hause zur Kindertagesstätte als Spazier- und Kommunikationsgang im Tagesablauf einen festen Platz einnehmen. Ein anderer Teil der Eltern wird das Bringen des Kindes z.B. als Teil des Arbeitsweges mit dem Auto vornehmen. Beide Elternkreise haben für ihre Tagesplanung Begründungen oder zumindest Vorentscheidungen getroffen. Die Fragestellungen,

 

  • was ist für die Entwicklung und die Zukunft des eigenen Kindes gut und
  • wie weit können und wollen die Eltern die Entwicklung ihres Kindes eventuell sogar durch Veränderung eigener Verhaltensweisen unterstützen,

 

ist ein diskussionsfähiger Ansatzpunkt und letztlich für jeden einzelnen auch ein Abwägungsprozess. Derartige Entscheidungen aber setzen Wissen voraus und werden durch Kommunikation mit anderen Eltern und Erzieherinnen und Erziehern erleichtert.

 

Das Thema ist das ganze Jahr über aktuell. Es gibt allerdings drei mögliche Anlässe, um es für einen Elternabend auf die Tagesordnung zu setzen oder gar Aktivitäten der Kinder und Eltern damit zu verbinden:

 

  • Im Frühjahr drängt es sicher alle Menschen nach draußen, sich zu bewegen, die Umwelt noch deutlicher wahrzunehmen.
  • Für die Eltern, deren Kinder nach den Sommerferien eingeschult werden, ist der zeitige Sommer der letztmögliche Termin. In dieser Zeit denken die Eltern ohnehin darüber nach, inwieweit sie ihren Tagesablauf neu ordnen müssen.
  • Anlass bieten kann nicht zuletzt der nationale Starttag "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" im Rahmen der weltweiten Kampagne "I walk to school". Sie können sich am Aktionstag beteiligen.

 

Wenn Sie Ihre Kollegen informieren möchten, können Sie ein Anschreiben an Erzieherinnen und Erzieher ansehen oder downloaden (gezippte rtf-Datei) können.

 

Für eine Einladung zu einem Elternabend haben wir Ihnen ein paar Informationen zusammengestellt, die Sie ansehen oder downloaden (gezippte rtf-Datei) können.

 

Informationen zu einem Fragebogen für die Eltern, der auch als Grundlage für die Diskussion an einem Elternabend verwendet werden kann, können Sie hier ansehen.

 

 

Weitere Informationen zum Thema in Kindertageseinrichtungen: FÜRSORGE und AUFSICHT in Kindergärten und Kindertagesstätten, RAABE Fachverlag für Bildungsmanagement D VIII 3, Elternarbeit, Emotionen und Sicherheit: Zu Fuß zum Kindergarten. Eine alltägliche Bereicherung für Kinder und Eltern von Bernd Herzog-Schlagk, FUSS e.V.

 

Zitierte Untersuchung: PSY:PLAN Institut für Architektur- und Umweltpsychologie (Hrsg.): Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl von Eltern mit kleinen Kindern - Zusammenfassung des Forschungsprojektes 1997 bis 2000, Sept. 2001

 

©FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland

Exerzierstraße 20 - 13 357 Berlin

Tel. 030 / 492 74 73, Fax 030 / 492 79 72

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"Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" ist eine Gemeinschaftsaktion des:

 

  • Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU,
  • Umweltbundesamtes UBA,
  • Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung BMVBS,
  • Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherheit BMGS,
  • Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des
  • FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

 

August 2006