Unterricht

Verhaltensänderungen erwünscht

Bei allen Aktivitäten besteht der Wunsch, anschließend die Wirkungen einschätzen zu können (Evaluation). Zielt die Aktivität wie bei der Kampagne "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" auf eine Verhaltensbestärkung oder -veränderung ab, ist eine solche Bewertung überaus schwierig.

 

Schön wäre es natürlich, sagen zu können, dass nach der Information soundsoviele Eltern-Taxi-Fahrten weniger stattfanden. Wenn man dies bundesweit ermitteln wollte, müsste man ein vielfaches der Mittel der bisherigen direkten Ansprache der Zielgruppen verwenden. Wir können hier lediglich einen hypotetischen Annäherungs-Versuch bieten

 

Spannender und auch leichter durchführbar sind Ermittlungen in einzelnen Schulen oder Kindergärten. Der von uns vorgeschlagene Einsatz von Fragebögen für Eltern und Kinder

 

in Grundschulen

(ansehen,drucken oder downloaden rtf-Datei oder pdf-Datei) bzw.

 

in Kindertagesstätten

(ansehen,drucken oder downloaden rtf-Datei oder pdf-Datei)

 

hat den Vorteil, dass dadurch eine Diskussion angeregt werden kann.

 

Die erweiterte Form durch einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Schulen oder Kindergärten zum Beispiel am Aktionstag "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten - I walk to school" kann zu einer öffentlich wirksamen Spaßaktion werden.

Ein Annäherungs-Versuch:

Wir wissen, dass in den 1 ½ Jahren vor dem Jahresende 2003 bundesweit etwa ½ Million Informationen zum Thema in Papierform verteilt wurden. Schätzungsweise wurden zu-sätzlich 10 % davon von den Kopiervorlagen oder aus dem Internet vor Ort vervielfältig (z.B. für Elternabende). Gehen wir fiktiv davon aus, dass 20 % davon dennoch nicht bei der Zielgruppe ankamen und weitere 20 % nicht gelesen wurden, so haben diese Infor-mationen immerhin noch 352 000 Elternteile zur Kenntnis genommen. 65 % davon kön-nen dem nur zustimmen, denn sie bringen ihre Kinder ohnehin zu Fuß oder mit dem Fahr-rad zur Schule. Leider kommt nun der schwierigste Punkt, für die Eltern und auch für die Einschätzung. Setzen wir voraus, dass etwa 1 % der angesprochenen Chauffeure der In-formation nicht nur zustimmen, sondern danach handeln, gäbe es in ganz Deutschland 1 232 Menschen, die jetzt zusätzlich ihre Kinder zu Fuß zur Schule begleiten.

 

Bei 200 Schultagen im Jahr und durchschnittlich jeweils 2 Kilometer Fahr-Weg für das Hinbringen und Abholen wären das annähernd 1 Million vermiedener Auto-Kilometer pro Jahr.

 

Das ist vergleichbar mit 1 200 Autofahrten von Berlin nach München und dadurch werden etwa 400 Tonnen Kohlendioxid CO2 pro Jahr weniger in die Luft geblasen. Da man vielleicht auch gerne wüsste, ob die Kampagne vom finanziellen Aufwand her gesehen effektiv war: Für jeden so vermiedenen Auto-Kilometer wurden 3,5 Cent Steuer-Mittel verwendet. Für den Ausbau einer Park-and-ride-Anlage in München wurden ver-gleichsweise für jeden vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel verlagerten Kilometer 82,5 Cent aus der Stadtkasse eingesetzt und zusätzlich die Kosten für die dann unentgeltliche Weiterfahrt mit dem ÖV.

Wettbewerb

Am erstmals von der Behörde für Bildung und Schule in Hamburg durchgeführten Wett-bewerb "Welche Schule hat am 2. Oktober 2003 die meisten Fußgänger?" haben sich 26 Schulen beteiligt.

 

Die Schulen erhielten einen "Teilnahmebogen" mit der Bitte, ihn ausgefüllt an das Amt für Schule zu faxen (Wir nehmen teil, Schule, Ansprechpartner / Bitte schicken Sie uns ... Faltblätter / Wir nehmen am Wettbewerb teil / Bitte senden Sie uns weitere Informationen und Unterrichtsmaterialien). Die Kindertagesstätten wurden in ähnlicher Form von der Unfallkasse Hamburg angesprochen. Die Teilnehmer erhielten zwar Hilfestellung durch Informationen, mussten sich aber um die Erreichung des Zieles durch Elterninformationen selbst kümmern.

 

Angegeben werden musste die Gesamtzahl der Kinder in der Schule bzw. in der Kita. Ge-zählt wurden alle vor der Schule / Kita aus dem Auto aussteigenden Kinder und zwar etwa eine Woche vor dem Aktionstag und am Aktionstag noch einmal.

 

Am Aktionstag lag der Anteil übrigens zwischen 2,7 und 27,4 %. Gewonnen hatte die Grundschule Genslerstraße, zu der an diesem Tag nur fünf anstatt wie üblich 90 Kinder mit dem Auto gebracht wurden. Die drei Schulen mit dem geringsten Eltern-Taxi-Anteil an diesem Tag erhielten als Preis eine "Bewegungskiste" (Spingseile, Bälle etc.). Die Preis-verleihung fand selbstverständlich im Rahmen eines Pressegespräches statt, dadurch wurde die Schule auch in den Medien öffentlich gewürdigt.

 

Durch die erste Befragung eine Woche vorher konnten die Veranstalter den an der Schule üblichen Auto-Bringe-Anteil feststellen und an dem messen, was nach der Öffentlichkeitsarbeit erreichbar war. Es wurde dennoch nicht die höchste prozentuale Abnahme belohnt, weil man dadurch den Erfolg durch die schon vorher und teilweise seit Jahren durchge-führte Öffentlichkeitsarbeit an Schulen vernachlässigt hätte. Möglicherweise wäre so die Schule gewürdigt worden, die normalerweise den höchsten Anteil hat. Die erste Befragung dienst also der Evaluation und ist für die Befragungsaktion selbst nicht unbedingt notwendig.

 

Diese Aktion erfordert verantwortungsvolle Mitarbeit einiger Schüler, bezieht alle Kinder und Eltern der Schule durch Aufrufe und Handeln / Nichthandeln mit ein und verbessert damit das Zusammengehörigkeits-Gefühl der Schule. Ein Wettbewerb macht Spaß und die Spannung erhöht die Aufmerksamkeit für das Thema.

 

Der Organisations-Aufwand muss bedacht sein, ist aber auch nicht zu überschätzen.

Beispielhaft:

Sofort nach dem Ende der Sommerferien im Bundesland im August sind die Schulen anzusprechen. Spätestens eine Woche vor dem Aktionstag muss muss die erste Zählung der Auto-Aussteiger erfolgen, wenn man die Wirkungen später beurteilen will (Evaluation). Die Ergebnisse der Zählung am 22.9. (2007: Freitag, den 21.9.) müssen dann z.B. bis 11 Uhr telefonisch / per Fax oder eMail an die "Zentrale" durchgegeben werden, wenn z.B. das Pressegespräch für 12 Uhr vorgesehen ist. Möglichst mehrere Preise sind rechtzeitig zu besorgen und der Pressetermin sollte in einer der aktiven Schulen stattfinden. Alle beteiligten Schule müssen umgehend vom Gesamtergebnis un-terrichtet werden.

 

Juli 2007

Angelika Schlansky, Bernd Herzog-Schlagk, Gunter Bleyer

Ein schulischer Thementag oder auch der internationale Tag "I walk to school" bietet Gelegenheiten, sich im Unterricht mit der Klasse damit auseinanderzusetzen oder Vorbereitungen zu übernehmen:

"Schul-Agentur"

Der Hintergrund für die Schul-Firmen, Kinder möglichst praxisnah an die Dinge heranzu-führen und verantwortlich in Projektarbeiten einzubinden, ist auch für die Vorbereitung und Durchführung eines Aktionstages zu übertragen. Warum sollte nicht eine Klasse die ge-samte organisatorische Leitung für die Schulaktivitäten übernehmen, sozusagen als "Schul-Agentur"? Hier gibt es einiges zu lernen, z.B. konkrete Absprachen zu treffen und diese einhalten, oder auch eine Presseerklärung zu schreiben und zu verteilen.

Gestaltung

Entweder übernimmt eine Klasse die Ausgestaltung des Aktionstages oder es findet z.B. in der gesamten Schule ein Malwettbewerb statt. Es können Handzettel erstellt werden oder auch Plakate, die dann in der Umgebung verteilt werden.

Befragungen

Die vom FUSS e.V. entwickelten Fragebogen-Vorschläge haben in der Praxis gezeigt, dass Schüler- und Elternbefragungen eine gute Methode sind, die Diskussion in der Schule anzuregen. Sie können zudem den Vorteil haben, dass sich anschließend die Wir-kungen von Aktivitäten besser einschätzen lassen (Evaluation). Eine Schulbefragung kann z.B. von interessierten Eltern mit Unterstützung einer Klasse durchgeführt und ausgewertet werden.

 

Selbst wenn die Idee für einen Projekt- oder Aktionstag "Zu Fuß zur Schule" nur aus einer Klasse kommt, sollte sie in die Schulkonferenz oder entsprechende Gremien getragen oder dem Direktorium vorgestellt werden. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Schulen am Internationalen Aktionstag beteiligt, allein in Hamburg waren es z.B. im Jahr 2003 über 100 Schulen und Kindergärten. Sie alle haben sich ernsthafte Aktionen ausge-dacht, die allen Beteiligten großen Spaß gemacht haben. Ein solcher "Bewegungstag" kann Schwung bringen in die Beziehung zwischen Kindern, Eltern und den Lehrkräften und er sollte zumindest auf Kontinuität angelegt sein. Die Erfahrungen und Befragungen im Bundesland Hamburg haben gezeigt, dass ein solches Thema und die dazu gehören-den Erkenntnisse über Jahre wachsen müssen.

 

Verschiedene Schulwege einer Grundschulklasse

Hinweise auf weitere Aktivitäten finden Sie unter Aktionsbörse.

 

Dies ist ein Auszug aus: Das Lehrerhandbuch. RAABE Fachverlag für Bildungsmanage-ment, abgedruckt mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

 

Beitrag: Zu Fuß zur Schule - Gesundheits- und Entwicklungsförderung, von Bernd Herzog-Schlagk, Christiane Herzog-Schlagk, Hanna Schlagk.

 

Eingangszitate aus: Empfehlungen der Kultusministerkonferenz KMK nach einem Be-schluss vom 7.7.1972, neu gefasst am 16.6.1994 "Empfehlungen zur Verkehrserziehung in der Schule". Das unter "Karten lesen und zeichnen" erwähnte Verfahren ist besonders anschaulich dargestellt in: Planungsbüro Pressmar, Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (Hrsg.): Leitlinien zur Verbesserung von Fußwegenetzen. Stuttgart, 1997

Mehr Bewegung der Schüler im Freien kann nicht schaden, doch sind die Unterrichtszeiten begrenzt und deshalb noch ein paar Anregungen und Tipps für die Kombination von Unterrichtsgängen mit der Arbeit im Klassenraum:

Karten lesen und zeichnen

In der 4. Klasse sind für viele Kinder Stadteilkarten bekannt und sie lernen die Umsetzung von der Wirklichkeit in eine Karte oder von der Karte in die Straßensituation. Der Schul-weg zu Fuß sollte der erste sein, den die Kinder in den Übersichtsplan des Einzugsberei-ches der Schule eintragen. Anhand dieser Karten lassen sich auch Abkürzungen diskutie-ren oder auch die Verkehrssicherheitsaspekte bei den Straßenquerungen. Interessant ist auch die Methode, den Schulweg ohne eine vorhandene Karte auf ein Blatt Papier auf-zeichnen zu lassen. Verkehrspsychologen nutzen diese Vorgehensweise, um die Attrak-tivität oder auch Unattraktivität von Wegeverbindungen festzustellen. Auch bei den Kin-derzeichnungen werden möglicherweise langweilige Schulwegabschnitte länger ausfallen, als sie dann im Vergleich mit einer maßstäblichen Karte tatsächlich sind. Überhaupt ist der Vergleich zwischen der eigenen Zeichnung und der Eintragung des Schulwegs in ei-ner Karte eine sehr gute Übung für die räumliche Wahrnehmung.

Berechnungen mit Weg und Zeit

Gehen kann eine Grundlage bieten für erste Zahlenübungen und Rechnungen. Was ist die Geschwindigkeit des Menschen z.B. im Vergleich zu verschiedenen Tieren? Wie lange dauert die Querung der Straße? Wie weit kommt man in der Stadt in 5, 10, 15... Minuten zu Fuß? Wie viel Zeit würde man benötigen, um einmal quer durch Europa zu laufen? Später können leichte Berechnungen hinzukommen, aus denen sich sachliche Schluss-folgerungen ergeben. So kann in einer Geschäftsstraße der Straßenraum vermessen und die Anzahl der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer gezählt werden. Daraus können sich z.B. modellhafte Verkehrsflächenaufteilungen (Fußwege, Radwege, Fahrbahnen) erge-ben. Ein weiteres geeignetes Thema sind die Ampeln. Hier können Wartezeiten oder auch die GRÜN-Zeiten für Fußgänger gestoppt und Querungswege vermessen werden. Daraus können sich die verschiedensten Fragestellungen ergeben, z.B. ob ältere langsame Men-schen bei GRÜN über die Fahrbahn kommen oder auch welchen Einfluss die Wartezeiten für die Bewegungsgeschwindigkeit der Fußgänger in der Stadt haben.

Der Ausflug zu Fuß sollte in der Grundschule die Grundlage bilden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Im Folgenden ein paar Anregungen und Ideen für den Unterricht:

Erkundung der Schulumgebung

Wenn die Kinder in die Vorklasse, Eingangsstufe oder 1 . Klasse kommen, kennen sie sich teilweise schon recht gut in der Schulumgebung aus. Für manche Schüler ist aber vieles neu und unbekannt. Da hat es sich bewährt, mit vielen Unterrichtsgängen zu Fuß die Umgebung der Schule zu erkunden und wichtige Anlaufpunkte zu finden, zum Beispiel das Schreibwarengeschäft, in dem die Schulsachen gekauft werden können, die Post, die Feuerwehr, die Polizei, das Schwimmbad, die Bücherei. Wenn die Schüler dann auch wissen, wo sich das nächste Lebensmittelgeschäft befindet, können sie schon bald ganz selbstständig in Kleingruppen für gemeinsame Mahlzeiten in der Schule einkaufen gehen.

Eigene Schulwege und die der Mitschüler

Damit sich die Kinder nicht nur gegenseitig kennenlernen, sondern auch wissen, wo sie wohnen, bietet es sich an, Unterrichtsgänge zu machen, die die Wohnungen von Schülern zum Ziel haben. So werden nach und nach alle Schulwege von allen Kindern erkundet. Ganz besonders stolz sind die Kinder, wenn sie vor ihrer Haustür fotografiert werden und sich dann später mit diesem Bild auf einem (handgezeichneten) Stadtteilplan wiederfin-den, wo sie Straße, Hausnummer und Namen lesen können. So können nachmittags Be-suche gemacht und Spielkameraden abgeholt werden. Beliebt sind auch Besuche bei dem Lehrer oder der Lehrerin, wenn die Wohnung zu Fuß erreichbar ist.

Lesespaziergänge

haben sich im ersten Schuljahr bewährt, wenn die Buchstaben bekannt sind und die Welt der Wörter spannend wird. Nur aus dem Schulhaus treten, gemeinsam die Straßen ent-langgehen und alles lesen, was schon möglich ist: von Straßenschildern über Ladenbe-zeichnungen und Schaufensterauslagen bis zu Reklametafeln. Die Kinder laufen ganz automatisch immer weiter, weil es so viel zu entdecken und zu lesen gibt.

Zählgänge

Spannend sind auch Unterrichtsgänge, die mit Zählaufgaben verknüpft werden. Bei-spielsweise lassen sich in der ersten Klasse, wenn im Herbst Blätter und Bäume ein The-ma sind, im Stadtpark alle Birken, Buchen, Linden und Eichen zählen. Auch wenn eigent-lich erst im Zahlenraum bis 20 gerechnet wird, ist es gar kein Problem immer weiter zu laufen und immer weiter zu zählen. Die Anzahl von Bäumen in "unbekannten Größenord-nungen" ist für die Kinder besonders beeindruckend. Im Zahlenraum bis 20 kann aber auch schon gezählt werden, wie viele Schritte die einzelnen Kindern für eine Strecke von z.B. 10 Metern oder dem Weg von Zuhause zur Schule etc. benötigen. Um an das kleine Einmaleins heranzuführen, kann es sehr hilfreich sein, wenn die Kinder dieses auf Trep-pen erlaufen, z.B. in dem sie jeweils zwei Stufen auf einmal nehmen und dabei zählen 2-4-6-usw. "Treppengänge" sind übrigens besonders gesund.

Hören und sehen

Es ist eine traurige Tatsache, dass es an Schulwegen oft so laut ist, dass den Kindern und Eltern das "Hören und Sehen vergeht". Dennoch bietet sich an, bei einem Unterrichtsgang stehen zu bleiben und gemeinsam zu hören, was zu hören ist. Hilfreich kann es hierfür auch sein, wenn sich die Schüler eine sichere Strecke einmal "blind" von einem Mitschüler führen lassen. Die Kinder können auch abmalen, was ihnen auf dem Weg besonderes aufgefallen ist.

Stadtteilerkundungen

Im 3. Schuljahr, wenn der Stadtteil erkundet wird und die Kreise immer weiter gezogen werden, bietet sich eine "Stadtteilrallye" zu Fuß an, die in Gruppen durchgeführt wird. Wenn möglich, werden mit Unterstützung von Erwachsenen vorgegebene Wege zurück-gelegt, dabei bestimmte Aufgaben erledigt und zum Schluss treffen sich alle an einem verabredeten Punkt, um die Erlebnisse auszutauschen. Die Aufgaben hierfür können sich auf alle Fächer beziehen, die nach dem Lernprinzip des "Entdeckenden Lernens" stark motivierend wirken.

Suchen und finden

Jedes Jahr werden die Schüler selbständiger und kennen sich immer besser in der Schulumgebung und im Stadtteil aus. Vom 4. Schuljahr an können auch Themen interessant sein, wie z.B. "Wir finden den besten Spielplatz des Stadtteiles". Auch hier bieten sich ne-ben dem Sammeln von Kriterien wieder Laufanlässe, die die Schüler jetzt aber schon nachmittags allein oder in Gruppen erledigen können. Hierbei spielt natürlich auch die kindgerechte Erreichbarkeit eine Rolle, ob stark befahrene oder unübersichtliche Straßen zu überqueren sind usw..

Orientierungsspaziergänge

Bekannt sind alljährlich stattfindende Orientierungs-Wanderungen, an denen alle Schüler der Schule teilnehmen können. Solche Aktivitäten können für z.B. die 5. und 6. Klassen auch für Stadterkundungen genutzt werden, bei denen die Orte mit Aufgabenstellungen weiter entfernt liegen und auch öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen sind.

Bewegungsmangel den Laufpass geben

Um die Kinder zu mehr Bewegung zu führen, ist ein Wettbewerb motivierend. Jeder Schüler fertigt sich im Unterricht dafür ein kleines Heft an, das gelocht und mit einer Kor-del durchzogen einfach umgehängt werden kann. In diesen "Laufpass" sollen dann in ei-nem bestimmten Zeitraum, z.B. ein paar Wochen, alle vom Schüler zu Fuß zurück geleg-ten Strecken eingetragen werden. Ein Zeuge könnte ihnen die Länge des gelaufenen Weges bestätigen. So laufen die Schüler nicht alleine, sondern immer mit einem Elternteil, einem Mitschüler o.ä. als Zeugen. Der Preis sollte natürlich thematisch passen.

Geschichte ergehen

Es ist kein Zufall, dass in immer mehr Städten historische Spaziergänge angeboten wer-den um an den Orten nicht nur mit dem Bus vorbeizufahren. Geschichtsunterricht wird in allen Schulstufen spannender, wenn man sich zu Fuß ansieht, wo bedeutende Menschen gewohnt haben oder wo sich in der Stadt etwas ereignet hat.

Gangarten als Sport

Beim Sportunterricht sollte die Alltagsbewegung von Anfang an eine große Bedeutung haben und versucht werden, die Trennung zwischen dem Sport in der Halle und dem Ge-hen, Laufen, Rennen im nahegelegenen Park abzubauen. Warum nicht einmal das ganz normale Gehen zum Thema machen, die verschiedenen Gangarten beobachten und dis-kutieren lassen? Viele Laufspiele, die keine weiteren Hilfsmittel benötigen, machen den Kindern solchen Spaß, dass sie sie auch in den Hofpausen weiter spielen.

Lernend Gehen

Lernpsychologen haben herausgefunden, dass Lernprozesse durch körperliche Bewe-gung (in Maßen) unterstützt werden. Die Schüler lernen also in der Regel z.B. ihre Voka-beln leichter, wenn sie mit Karteikarten ruhig im Park spazieren gehen, was jedoch einiger Übung bedarf. Wie schon bei den griechischen Philosophen können auch Diskussionen von Schülern in Zweier-Gruppen wunderbar im Gehen durchgeführt werden.

Zum Lernort Gehen

Warum sollte der Unterricht in den wärmeren Jahreszeiten nicht auch einmal in der Natur stattfinden? Der kleine Gang dafür in den nächsten Park oder auch an einem anderen Lernort, wie z.B. das Museum wird den öden Schulalltag durchbrechen.

Schulwegpaten

In manchen Grundschulen ist es üblich, dass Viertklässler eine "Patenschaft" für Schulan-fänger übernehmen, und dann z.B. während der großen Pausen bei Problemen als An-sprechpartner zur Verfügung stehen oder sogar zusammen spielen. Hier wäre es auch möglich, dass jeder Pate für seinen Erstklässler den besten und sichersten Schulweg her-ausfindet, aufzeichnet, mit ihm bespricht und vielleicht sogar einmal mit ihm abläuft.