Mehr Bewegung der Schüler im Freien kann nicht schaden, doch sind die Unterrichtszeiten begrenzt und deshalb noch ein paar Anregungen und Tipps für die Kombination von Unterrichtsgängen mit der Arbeit im Klassenraum:

Karten lesen und zeichnen

In der 4. Klasse sind für viele Kinder Stadteilkarten bekannt und sie lernen die Umsetzung von der Wirklichkeit in eine Karte oder von der Karte in die Straßensituation. Der Schul-weg zu Fuß sollte der erste sein, den die Kinder in den Übersichtsplan des Einzugsberei-ches der Schule eintragen. Anhand dieser Karten lassen sich auch Abkürzungen diskutie-ren oder auch die Verkehrssicherheitsaspekte bei den Straßenquerungen. Interessant ist auch die Methode, den Schulweg ohne eine vorhandene Karte auf ein Blatt Papier auf-zeichnen zu lassen. Verkehrspsychologen nutzen diese Vorgehensweise, um die Attrak-tivität oder auch Unattraktivität von Wegeverbindungen festzustellen. Auch bei den Kin-derzeichnungen werden möglicherweise langweilige Schulwegabschnitte länger ausfallen, als sie dann im Vergleich mit einer maßstäblichen Karte tatsächlich sind. Überhaupt ist der Vergleich zwischen der eigenen Zeichnung und der Eintragung des Schulwegs in ei-ner Karte eine sehr gute Übung für die räumliche Wahrnehmung.

Berechnungen mit Weg und Zeit

Gehen kann eine Grundlage bieten für erste Zahlenübungen und Rechnungen. Was ist die Geschwindigkeit des Menschen z.B. im Vergleich zu verschiedenen Tieren? Wie lange dauert die Querung der Straße? Wie weit kommt man in der Stadt in 5, 10, 15... Minuten zu Fuß? Wie viel Zeit würde man benötigen, um einmal quer durch Europa zu laufen? Später können leichte Berechnungen hinzukommen, aus denen sich sachliche Schluss-folgerungen ergeben. So kann in einer Geschäftsstraße der Straßenraum vermessen und die Anzahl der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer gezählt werden. Daraus können sich z.B. modellhafte Verkehrsflächenaufteilungen (Fußwege, Radwege, Fahrbahnen) erge-ben. Ein weiteres geeignetes Thema sind die Ampeln. Hier können Wartezeiten oder auch die GRÜN-Zeiten für Fußgänger gestoppt und Querungswege vermessen werden. Daraus können sich die verschiedensten Fragestellungen ergeben, z.B. ob ältere langsame Men-schen bei GRÜN über die Fahrbahn kommen oder auch welchen Einfluss die Wartezeiten für die Bewegungsgeschwindigkeit der Fußgänger in der Stadt haben.