1994 wurde im Sommer in Großbritannien zum ersten Mal eine Aktionswoche zum Thema organisiert, an der nur wenige Schulen teilnahmen. Im Herbst führte der FUSS e.V. in allen deutschen Bundesländern zu den Einschulungsterminen eine öffentliche Kampagne durch, mit dem Motto: "Erleben, was auf dem Schulweg geschieht, anstatt daran vorbeizufahren!"

 

1995 organisierte die Pedestrian Association ihre erste eigene "walk to school week" und weitete die Initiative über ganz Großbritannien aus.

 

1996 schlossen sich in Großbritannien zwei große Organisationen zusammen und führten die "walk to school week" während der Kindergesundheitswoche durch.

 

1997 wurden von der Vereinigung für ein "wanderbares" Amerika in Chicago und Los Angeles sogenannte "Märsche zur Schule" organisiert. In Großbritannien wurde die "walk to school week" auf Mitte Mai gelegt.

 

1998 beteiligten sich Großbritannien, die USA und erstmals auch Kanada mit Aktionen an der "walk to school week".

 

1999 schlossen sich Irland und Neuseeland an und die Beteiligung stieg auf z.B. 44 Schulen in Neuseeland, 250 Schulen in Kanada, 525 Schulen in den USA und 10.000 Schulen in Großbritannien.

 

2000 wurde der erste internationale Tag "Walk to School" auf den 4. Oktober festgelegt. Kanada, Großbritannien, die USA, Irland, Cypern, Gibraltar und die Isle of Man nahmen teil. In Australien und Neuseeland fanden Aktionen über das ganze Jahr verstreut statt. In Deutschland starteten das Amt für Schule und FUSS e.V. unterstützt durch örtliche Sponsoren modellhaft in Hamburg die Kampagne: "Schulweg ohne Auto ist schön", mit der Zielvorstellung, diese Aktivitäten dann auf ganz Deutschland auszudehnen zu können. Anläßlich des europaweiten "Autofreien Tages" am 22. September wurden in Hamburg ca. 20 000 Eltern und Schüler angesprochen. Insgesamt waren weltweit an den Aktivitäten über 2 ½ Millionen Menschen beteiligt.

 

2001 wurde der zweite Internationale Tag begangen mit noch größerem Erfolg. 21 Länder und nahezu 3 Millionen Menschen gingen zu Fuß zur Schule. In Deutschland wurde nur in Hamburg die Aktion "Schulweg ohne Auto ist schön" des Schulamtes, mit neuen Sponsoren und dem FUSS e.V. auf die Information und Beteiligung von ca. 50 000 Eltern ausgeweitet. Der Verkehrsclub Deutschland VCD verwies in seiner Zeitschrift fairkehr auf die internationalen Aktivitäten.

 

2002 beteiligte sich Deutschland erstmals mit einer sehr breit angelegten Informations-Kampagne am Internationalen Tag "Zu Fuß zur Schule - I walk to school". Durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes und mit Un-terstützung der Verkehrs-, Familien- und Gesundheitsministerien auf Bundesebene, von sieben Länder-Schulministerien und über 250 städtischen Schulämtern konnten die vorher lediglich modellhaften Aktivitäten in Hamburg auf große Teile von Deutschland ausgedehnt werden. Im Zeitraum von den Einschulungen in den Ländern im Juli bis zum 2.Oktober 2002 wurden etwa eine halbe Million Eltern, Lehrerinnen und Lehrer an-gesprochen. Neben einem Lese- und Vorleseblatt für Eltern und Kinder wurden An-schreiben für Lehrer, Einladungen für Elternabende und eine umfangreichere Hinter-grundbroschüre erstellt. In Hamburg wurde eine Kinder- und Elternbefragung durchge-führt, um die drei Jahre lang hintereinander durchgeführten Aktivitäten einschätzen zu können. Obwohl die Kampagne nicht auf Demonstrationen oder Aktionen ausgerichtet war, beteiligten sich sehr viele Schulen mit Klassen-Aktiviäten am Internationalen Tag. Hervorzuheben sind die Aktionen in Brühl, Hamburg, Karlsruhe und z.B. Velbert.

 

2003 weitet der FUSS e.V. die Kampagne auf Wunsch der Beteiligten deutlicher auch auf die Kindergärten aus. Durch eine Förderung des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und erstmals auch des Bundesverkehrsministeriums konnten die zahlreich eintreffenden Nachfragen nach Informationen weiterhin befriedigt werden. Schulen in etwa 500 deutschen Städten beteiligten sich am 2. Oktober 2003. Spitzenrei-ter in Deutschland war wieder das Land Hamburg, wo die Zielvorgabe der "Hamburger Bildungsagenda für nachhaltige Entwicklung" erreicht werden konnte und sich 100 Schulen und Kindergärten aktiv beteiligten.

 

2004 wurde der Start-Termin in Deutschland auf Wunsch der Schulen und Schulämter wieder auf den 22.9. vorgezogen, um in allen Bundesländern Aktivitäten vor den Herbstferien zu ermöglichen. Die Angleichung an den "Europaweiten autofreien Tag" als Aktionstag der europäischen Kommunen und der Umwelt- und Verkehrsverbände wurde bewusst vorgenommen, um den thematischen Zusammenhang darstellen zu können. Das Angebot wurde um Plakate ergänzt und für türkisch sprechende Eltern konnte durch Bußgelder der Druck einer türkischen Fassung des Lese- und Vorlese-Faltblattes vorgenommen werden.

 

2005 wurde aufgrund zahlreicher Nachfragen von Eltern, Erziehern und Lehrkräften der Internetservice durch den ausführlichen Leitfaden für das Schulwegplan-Verfahren www.schulwegplaene.de ergänzt. Schwerpunkt der erweiterten Kampagne war die Fragestellung, wie die Schulwege für Kinder sicherer und attraktiver werden können. FUSS e.V. ermunterte die Betroffenen, sich für aussagefähige Schulwegpläne und für die Umsetzung von Maßnahmen einzusetzen.

 

Zusammenfassung:

Das Ziel der Aktion variiert von Land zu Land. Manche gehen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr auf die Straße, einige betonen die Gesundheitsaspekte und einige den Umweltschutz. Was auch immer die Gründe sind, es geht um die Förderung einer fuß-gängerfreundlichen Welt. (aus der Selbstdarstellung "I walk to school" im Internet)

 

Aktionstage zu bestimmten Themen sind insofern hilfreich, weil damit eine gewisse Kontinuität in die Arbeit gebracht werden kann. Aber sie sollten nicht einengen, wie die Kritiker von "Mutter"-Tagen zu Recht sagen. Deshalb hat der FUSS e.V. den Aktionsbo-gen auch von den Einschulungsterminen in den Ländern ab Juli über den Aktionstag 22. September hinaus gespannt.

 

 

"Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten" ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundes-ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU; Umweltbundesamtes UBA, Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen BMVBW; Bundes-ministeriums für Gesundheit und Soziales BMGS; Bundesministeriums für Familie, Se-nioren, Frauen und Jugend BMFSFJ und des FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland.

 

Dezember 2003

Bernd Herzog-Schlagk